02.09. - 15.10.2016

Vernissage:
Freitag, 2. September,
17-21 Uhr

Kühne | Klein

Schauplätze

Neue Collagen, Objekte

   

 

 

 
  Am Strand 2016
Collage 70 × 100 cm

 
         
 

Am Rande der Vorstadt 2016
Collage 50 × 70 cm

     
         
 

Ein Zimmer am Meer 2016
Collage 70 × 100 cm


   
       
 

Roy's Thinking 2012
Collage Ø 30 cm

 
       
  Girl's View 2010
Collage Ø 30 cm
     
  Kühne | Klein: Schauplätze
Ausstellung vom 2.September bis 15. Oktober 2016

Die vergangenen Monate haben Hendrikje Kühne | Beat Klein in der Cité des Arts in Paris gelebt und gearbeitet: ein Ort, um den herum sich unzählige Plätze von Haupt- und Staatsaktionen aufzählen lassen, wo noch heute unzählige Menschen hinströmen, um die Schauplätze historischer, kultureller, künstlerischer Ablagerungen zu besuchen.

Nur - wer Arbeiten der beiden Kunstschaffenden aus früheren Jahren kennt, ahnt es: ihre Arbeiten werden nie und nimmer solche Pariser Schauplätze abbilden. Sie widerstehen leicht der Verführung, nun das Nächstliegende zum Bildmotiv zu machen, quasi Sehenswürdigkeiten zu verarbeiten.

Kühne | Kleins Bildfindungen entstehen in viel längeren Prozessen, in denen sich nach und nach aus einer ungefähren Bildidee, dem Material, das sie sich dafür zurechtgelegt haben und den möglichen Anordnungen der Materialteile sozusagen in einem Schärfungsprozess peu à peu das fertige Bild entwickelt.
Material - wie man es von all ihren Arbeiten kennt: es sind Kunstpostkarten, Ansichtskarten etc., die sie verwenden – gelegentlich gebrauchen sie in den jüngsten Arbeiten auch Bildmaterial aus dem Netz, das sie ausdrucken und dann, wie die Postkarten, schneiden und mit anderem zu ihren Bildvisionen zusammenfügen.
So entstehen etwa „Am Rande der Vorstadt“ und „Am Reihenhaus vorbei“, wo (Gross-) Stadt sich am Ländlichen bricht, „Ein Zimmer am Strand“ als Ort von Ferien-Projektionen, in welche sich ein überladenes Schlauchboot hineinschiebt oder aber „Lonely Person“, eine phantastische Landschaft, in der alles Urbane abwesend ist.

Die Technik der Collage, das Herstellen eines Bildes aus Bildern bringt zwingend eine Brechung verschiedener Realitäten mit sich. So entsteht unweigerlich Spannung: zwischen Fragment und Ganzem, zwischen Funktion auf ursprünglicher Bedeutungsebene und Funktion im collagierten Bedeutungszusammenhang, zwischen Zitat und Neuformulierung. Kühne Klein treiben das dialektische Spiel auf seine Kulmination hin, auf den Gipfel, wo Zauberwelt und Erzählung von Wirklichkeit sich begegnen. Dieses wunderbare Widerspiel springt auf die Betrachtenden über und verweist auf das Wesentliche von Kunst: dem Faktischen das Mögliche zur Seite zu stellen. Und das alles mit scheinbar leichter, gelegentlich von Augenzwinkern begleiteter Geste - ernsthaftes Spiel und spielerische Ernsthaftigkeit.
WS